Geschichte und Prinzipien 2018-04-27T16:07:00+00:00

Geschichte – Pilates / Pilatesprinzipien

Joseph Pilates

… zur Geschichte/Biographie

 

In vielen Magazinen wurde in letzter Zeit das Pilates-Training als neuestes Power-Training aus den USA vorgestellt. Der Grund: immer mehr bekannte Stars, Sportler und Musiker zwischen New York und San Francisco – darunter so prominente Persönlichkeiten wie Madonna- halten mit dieser sanften Trainingsmethode ihren Körper in Form.

Joseph Hubertus Pilates wurde im Dezember  1880 in der Nähe von Düsseldorf geboren. Er begann mit 10 Jahren mit gymnastischen Übungen und mit Krafttraining. Sein eher schwacher Körper, er litt an Rachitis und Asthma, verwandelte sich im Laufe der Jahre. Bereits mit 15 Jahren hatte er einen muskulösen, definierten Körper und er wurde öfters für anatomische Zeichnungen als Modell verwendet.

Seine Sportarten waren: Ringen, Boxen, Schwimmen und Tauchen.

Im Alter von 32 Jahren wanderte er nach England aus wo er bald Detektive von Scotland Yard im Boxen und Ringen ausbildete. Zu Beginn des 1. Weltkrieges, in britischer Gefangenschaft, entwickelte J. Pilates seine ersten Bewegungsapparate. Er begann seine Techniken des Körpertrainings weiter auszubauen und trainierte seine Mitgefangenen nach dem von ihm entwickelten Programm. Heute, 80 Jahre später, steht sein ursprünglich erstes Trainingsgerät, das umgebaute Lazarettbett, der sogenannte Reformer, keinem anderen modernen Trainingsgerät nach.

Nach dem Krieg kehrte er nach Deutschland zurück (1926) und hatte maßgeblichen Einfluss auf die deutsche Gymnastik- und Bodybuilding-Szene. J. Pilates widmete sich seinem eigenen Programm. Seine Methode verhalf verletzten Muskeln und Gelenken zu rascher Heilung. Dies fanden die deutschen Streitkräfte so gut, dass sie die Armee damit stärken wollten.

Pilates sollte also Soldaten trainieren. Er weigerte sich – denn er hatte seine Methode entwickelt um Menschen zu helfen und nicht um Kriege zu unterstützen.

1926 wanderte er endgültig nach Amerika aus.

Bei der Überfahrt lernte er seine zukünftige Frau (Clara), die Krankenschwester war, kennen und eröffnete in NYC sein erstes Trainingsstudio. Er hatte auch Kontakt zu chinesischen Einwanderern und begann Tai-Chi Grundlagen in seine Trainingsmethode einzugliedern. Er vervollständigte sein Wissen mit anatomisch physiologischen Grundlagen, die ihm seine Frau Clara lehrte.

Er selbst nannte sein Programm „CONTROLOGY“ – Mit dem Geist den Körper und seine Bewegungen zu kontrollieren war der wichtigste Ansatz seiner Übungen. Schnell wurde seine Methode ein „Muss“ für Tänzer und Schauspieler die mit Überlastungsschmerzen an Gelenken, Sehnen und Bändern zu ihm kamen.

1967 starb Josef Pilates im Alter von 87 Jahren – wobei er noch als 82-jähriger seinen durchtrainierten Körper zur Schau stellte und Kraftkunststücke vorführte.

Viele Jahre später wird das Pilates Programm vom Insider Training zum Fitness Trend in den USA bekannt. Es dauerte weitere Jahre bis nun das urdeutsche Programm als „Neuheit“ nach Deutschland zurückkehrte.

Pilates – Methode

 

Pilates ist eine immer populärer werdende Trainingsart, die schon seit Jahrzenten in den USA und zunehmend auch in Europa von Fitnessbegeisterten, Models, Schauspielern und vor allem Tänzern praktiziert wird. Sie alle schwören auf eine Trainingsmethode, die sich auf Körper und Geist gleichermaßen auswirkt und dem Trainierenden Ausstrahlung, Haltung, Beweglichkeit und Kraft verleiht. Das Training wird seit Jahren auch von Hochleistungssportlern betrieben.

Immer häufiger wird Pilates auch zur Linderung von Verspannungsschmerzen, Rückenschmerzen, oder anderen Schmerzen genutzt, die meist durch Haltungsschwächen aufgrund zu geringer oder falsch beanspruchter Muskulatur ausgelöst werden.

 

Die sechs Pilates Prinzipien

  1. Atmung
    Die Atmung spielt bei Pilates eine sehr wichtige Rolle und ist ein wichtiges Mittel, um die Bewegung präzise und mühelos auszuführen.
    Joseph H.Pilates sagte: „Lerne vor allem anderen, richtig zu atmen“, da die richtige Atmung das Blut mit Sauerstoff anreichert und den Kreislauf stabil hält. Darüber hinaus entspannt das bewusste Atmen und schafft einen eigenen Rhythmus, der beim Üben hilft.
    Als Grundregel gilt: In der Startposition wird durch die Nase eingeatmet und bei Ausführen der Bewegung durch den Mund ausgeatmet.
  2. Konzentration
    Die Konzentration ist während der Übungen auf die korrekte Durchführung gerichtet. Die Gedanken sind vollkommen darauf ausgerichtet, wie jede einzelne Bewegung ausgeführt werden kann und welche Fehler vermieden werden sollten. Die/Der Trainierende beschäftigt sich nur mit seinem Körper und den Details der Übungen.
  3. Kontrolle
    Pilates fordert die Kontrolle über den Körper und den Geist. Jede Bewegung sollte mental bewusst und sorgfältig geplant, kontrolliert „geführt“ werden. Dadurch wird der Körper intensiv trainiert und gleichzeitig vor Verletzungen geschützt.
  4. Präzision
    Die präzise Ausführung der Übungen erhöht deren Nutzung für den Körper. Es soll nicht nur versucht werden, die Übung vollständig auszuführen, sondern der Trainierende muss auf jedes ihrer Details achten.
    Jede Übung wird nur wenige Male wiederholt – es gilt die Regel: Qualität vor Quantität. In der Summe bringen diese Einzelheiten die wohltuenden Auswirkungen für den Körper.
  5. Zentrierung
    Es muss immer daran gedacht werden, dass jede Bewegung aus dem Körperzentrum entspringen sollte. Als Mitte des menschlichen Körpers wird der Bereich rund um den Bauchnabel bis hin zu den unteren Rippenbögen betrachtet, eingeschlossen sind dabei auch der untere Rücken und das Gesäß. Dieser Bereich wird auch als „Powerhouse“ bezeichnet. Nur das Zusammenspiel der Bauchmuskeln und der Rücken – und Beckenbodenmuskulatur gibt dem Menschen das starke Körperzentrum, das wichtig für eine gute Haltung und für anmutige Bewegungen ist.
  6. Bewegungsfluss
    Alle Übungen bestehen aus geschmeidigen Bewegungen, die dem natürlichen Bewegungsablauf im Alltag folgen. Eine Bewegung reiht sich an die andere – alles fließt – auch die Übergänge von einer zur anderen Bewegung/Übung.
    Dieser Bewegungsfluss fördert die Balance und das Koordinationsvermögen, und stärkt den Körper, sodass er harten Anforderungen des Alltags besser standhalten kann.